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Der Schinkelturm Kap Arkona

200 Jahre Licht über der Ostsee

Der kleinere der beiden Leuchttürme am Kap Arkona, der sogenannte Schinkelturm, prägt seit fast 200 Jahren die Silhouette der Steilküste. Sein Grundstein wurde 1826 gelegt. Heute ist er technisches Denkmal und zugleich ein Ort, an dem sich Seefahrts-, Architektur- und Familiengeschichte treffen.

Öffnungszeiten

Aufgrund einer technischen Maßnahme an der Kuppel kann die Außenplattform des Schinkel­turms derzeit leider nicht betreten werden. Alternativ bietet der Peilturm einen herrlichen Blick über die Ostsee und kann auch bei schlechtem Wetter unter seiner Glaskuppel windgeschützt bestiegen werden.

Wir bitten um Ihr Verständnis!

Technische Daten

  • Grundsteinlegung:
    5. Mai 1826
  • Erstmals gezündet:
    10. Dezember 1827
  • Betrieb:
    bis 1 April 1905
  • Feuerhöhe:
    66 m ü. NN.
  • Höhe:
    22,45 m
  • Aussichtsplattform:
    15,55 m
  • nutzbar für:

Architektur und Urheberschaft

Der Turm wurde 1826/27 aus Backstein nach Plänen der preußischen Oberbaudeputation errichtet. Der Entwurf wird meist Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) zugeschrieben – eindeutig belegt ist das jedoch nicht.

Wesentliche Fakten:

  • Bauzeit: 1826–1827
  • Baustoff: roter Backstein
  • Planung: königliche Oberbaudeputation
  • Zuschreibung an Schinkel:
    • basiert vor allem auf einem 1863 erschienenen Werkverzeichnis, herausgegeben von Schinkels Schwiegersohn Alfred von Wolzogen
    • in einer Schrift von 1828 erwähnt Oberbaurat August Adolph Günther Schinkel nicht und spricht nur von einem Entwurf der Oberbaudeputation
    • Signaturen auf Zeichnungen werden unterschiedlich interpretiert – als Urheberschaft Schinkels oder als verwaltungsinterner Prüfvermerk

Weitere historische Hinweise:

  • Schinkel soll den Turm erst 1835 erstmals besichtigt haben.
  • Eigene Aussagen Schinkels zu einer Beteiligung am Entwurf sind nicht bekannt.
  • Der Berliner Kupferstecher Johann Friedrich Rosmäsler bezeichnet Schinkel 1834 in seinem Werk „Preußen in landschaftlichen Darstellungen“ als Urheber und fertigt 1835 einen Stahlstich des Leuchtturms an.

Unabhängig von der endgültigen Zuschreibung zeigt der Turm deutlich die Formensprache seiner Zeit:

  • klare, reduzierte Formen
  • rotbrauner Backstein
  • funktionale Eleganz ohne überflüssigen Schmuck
Zahlen, Daten und heutige Nutzung

Historische Kennzahlen des Schinkelturms:

  • Grundsteinlegung: 5. Mai 1826
  • Feuerzündung: 10. Dezember 1827
  • Turmhöhe: 22,45 m
  • Feuerhöhe: 66 m über NN
  • Sichtweite des ursprünglichen Feuers: ca. 8 Seemeilen
  • Aussichtsplattform (historisch):
    • 86 Stufen bis zur Plattform
    • Höhe der Plattform: 15,55 m

Nutzung früher:

  • Dienst- und Lagerräume im Inneren
  • Betrieb als Leuchtfeuer bis 1. April 1905
  • anschließende Außerdienststellung des Feuers, der Turm blieb als Bauwerk erhalten und trägt bis heute den Namen Schinkelturm

Nutzung heute:

  • Die ursprüngliche Aussichtsplattform des Schinkelturms ist nicht mehr als Aussichtspunkt freigegeben.
  • Für den 360° Panoramablick über das Kap Arkona und die Halbinsel Wittow ist von April bis Oktober der benachbarte "Neue Leuchtturm" geöffnet.
  • Im Erdgeschoß befindet sich das nördlichste Standesamt in Mecklenburg-Vorpommern.
Technikgeschichte: Das ursprüngliche Leuchtfeuer

Der erste Beleuchtungsapparat des Schinkelturms war für seine Zeit moderne Hochtechnologie.

Aufbau des ursprünglichen Apparats:

  • gefertigt vom Berliner Goldschmiedemeister Hossauaer
  • 17 versilberte kupferne Parabolspiegel
  • im Brennpunkt jedes Spiegels: ein Ölbrenner mit Rüböl
  • Anordnung der Spiegel in zwei versetzten Reihen an Metallringen

Weiterentwicklung der Beleuchtung:

  • 1872: Ergänzung um sechs zusätzliche Lampen mit Petroleum
  • 1873: vollständige Umstellung auf Petroleum-Brenner

Diese Technik sorgte dafür, dass das Licht über viele Jahrzehnte zuverlässig über die Ostsee strahlte.

Die Leuchtturmwärterfamilie Schilling

Mit dem Schinkelturm ist über drei Generationen hinweg eine Familie verbunden: Schilling. Sie prägte das Leben am Kap Arkona als Leuchtturmwärter, Gastwirte und vielfach ausgezeichnete Lebensretter.

Christoph Heinrich Schilling

  • geboren am 3. Februar 1793 in Stralsund
  • ursprünglich Schiffszimmermann
  • bereits während des Baus des ersten Leuchtturms am Kap Arkona im Einsatz
  • ab 1828 erster preußisch verbeamteter Leuchtturmwärter am Kap
  • zeitgenössische Bezeichnungen für seine Funktion:
    • „Lichtmann“
    • „Lampenwärter“

Aufgaben und Wirken:

  • Sicherstellung eines zuverlässigen Betriebs des Leuchtfeuers in der Dämmerung und Nacht
  • Reinigung und Pflege der Spiegel
  • Überlieferte Berichte über mutige Rettungseinsätze für Fischer und Seeleute

Die Nachfolger von Christoph Heinrich Schilling setzten diese Tradition fort. Über drei Generationen hinweg blieb der Name Schilling untrennbar mit dem Kap und seinen Leuchttürmen verbunden.

Der Schinkelturm selbst wurde am 1. April 1905 als aktives Leuchtfeuer außer Dienst gestellt. Die Aufgabe, Schiffe sicher zu führen, übernahm sein höherer Nachfolger in unmittelbarer Nähe.

  • 45-nancy_maik_0483 Der Schinkelturm am Kap Arkona auf Rügen

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